Die vom Iran unterstützten jemenitischen Huthi sind bis auf 80 Kilometer an Aden herangerückt, die wichtigste Hochburg und provisorische Hauptstadt der international anerkannten Regierung. Dies berichteten vier Militärquellen am Montag der Nachrichtenagentur Reuters, wie die Jerusalem Post meldete. Dem Blatt zufolge brachte dieser Vorstoß die Huthi so nah an Aden heran wie zu keinem Zeitpunkt seit Anfang 2015, als sie die Stadt kurzzeitig betreten hatten, bevor sie wieder vertrieben wurden.
Al-Maqatirah eingenommen, Tur al-Bahah unter Beschuss
Den Quellen zufolge begannen die Huthi drei Tage zuvor einen Angriff auf Regierungspositionen in Al-Maqatirah und haben seither den gesamten Bezirk unter ihre Kontrolle gebracht. Das gebirgige Areal überblickt die Straße, die Taiz mit Aden verbindet – die letzte verbliebene Verbindung zwischen dem von der Regierung gehaltenen Gebiet und Taiz während des Krieges. Regierungstruppen wurden in Richtung Tur al-Bahah zurückgedrängt. Am Montag dauerten die Kämpfe an einem Militärlager am Eingang zum Distrikt Tur al-Bahah an, etwa 50 Kilometer von der Provinzhauptstadt Lahidsch und 80 Kilometer von Aden entfernt – eine der Hauptzufahrtsstraßen zur Stadt.
Die Jerusalem Post berichtete unter Berufung auf diese Quellen, dass der Vorstoß strategische Positionen entlang der Straße zwischen Aden und Taiz bedrohe, einer lebenswichtigen Verkehrsader für den Südwesten des Jemen. Taiz, die drittgrößte Stadt des Landes, ist seit Anfang Oktober eingekesselt, als die Huthi die Hauptstraße nach Süden Richtung Aden abschnitten. Die Belagerung hat mehr als 100.000 Menschen vertrieben und zu Versorgungsengpässen bei Lebensmitteln, Treibstoff und Medikamenten geführt. Der Huthi-Vertreter Hamid Rizq veröffentlichte ein Video, das Reuters nicht unmittelbar unabhängig überprüfen konnte, welches Kämpfer beim Betreten des Souq al-Rabouh im Distrikt Maqatirah zeigen soll.
Achtzig Kilometer vor Aden sind eine reale Frontlinie, kein Gerücht. Die Huthi-Miliz des iranischen Regimes hat Al-Maqatirah eingenommen, setzt Tur al-Bahah unter Druck und rückt die provisorische Hauptstadt der Regierung erstmals seit 2015 wieder in diesen Radius. Der Bericht der Jerusalem Post schildert diesen Vormarsch und seine verheerenden Folgen für die Straße nach Taiz.