Die israelische Polizei und der Schin Bet haben eine Zelle zur Raketenherstellung im Raum Dschenin in Samaria ausgehoben, die drei Testabschüsse durchgeführt hatte, wie die Behörden am Dienstag in einer gemeinsamen Erklärung mitteilten. JNS und i24NEWS berichteten über die Mitteilung. Nach mehrmonatigen Ermittlungen wurden sechs Verdächtige in ihren Dreißigern verhaftet. Am Wochenende wurde eine Absichtserklärung zur Anklageerhebung eingereicht, und in den kommenden Tagen wird mit der offiziellen Anklage gerechnet.
Ein Raketenkörper, drei Tests, Anweisungen aus dem Ausland
Nach Angaben der Ermittler fertigten die Verdächtigen einen Raketenkörper sowie Sprengkörper an und unternahmen Tests, darunter drei Starts. Zu den sichergestellten Waffen gehörten ein M16-Gewehr und der Korpus einer Panzerfaust (RPG), wie JNS berichtete; i24NEWS beschrieb das RPG-Teil als Komponente. Die Zelle erhielt über eine Messaging-App von einem externen Kontakt, der mit dem Hauptverdächtigen in Verbindung stand, Anweisungen zu den für die Herstellung von Sprengstoffen benötigten Materialien. Zudem wurden schriftliche Dokumente mit Anleitungen zur Produktion von Sprengstoffen, Raketen und Sprengkörpern beschlagnahmt. Nach Angaben der Sicherheitsbehörden sollten die Waffen gegen Israel und dessen Sicherheitskräfte eingesetzt werden.
Wie i24NEWS meldete, wurden die Ermittlungen von der Anti-Terror-Einheit der Zentraleinheit des Bezirks Judea and Samaria in Kooperation mit dem Schin Bet geführt. Dschenin bereitet den israelischen Streitkräften hinsichtlich Waffenherstellung und Raketenstarts seit langem Sorgen. Dieser Fall betrifft eine Zelle, die eine Rakete konstruierte, dreimal zur Probe abfeuerte, Instruktionen zum Bombenbau aus dem Ausland erhielt und bis zu ihrer Verhaftung über ein M16 und ein RPG-Bauteil verfügte. Mit der Erklärung der Staatsanwaltschaft rückt die Anklage gegen die sechs Männer näher.
Die gemeinsame Mitteilung vom Dienstag markiert die Zerschlagung dieser Infrastruktur in Dschenin. Sechs Männer, ein Raketenkörper, Sprengsätze, drei Testabschüsse, ein Ausbilder via Messaging-App und ein eröffnetes Verfahren: Polizei und Schin Bet bekräftigten, man werde weiterhin gezielt vorgehen, um derartige Bedrohungen zu vereiteln und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.